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Diese Seite richtet sich an jene Aquarianer die sich mit dem Gedanken tragen
Diskusfische zu erwerben, jedoch von der allgemeinen Meinung verunsichert
sind, wonach der Diskus schwierig zu halten sei und nur "Spezialisten" dazu
in der Lage sind.
Die
folgenden Hinweise sind lediglich als Denkanstöße zu verstehen um sie zu
eigenen Erfahrungen und Beobachtungen zu ermutigen und keine starren Regeln
denen man kritiklos folgen muß.
Wie viele Diskus soll man sich kaufen?
Da der Diskus ein Rudeltier ist, sollte man
unserer Meinung nach mindestens 5-7 Tiere gemeinsam halten. Nur zur
Zucht werden die Tiere vorübergehend paarweise gehalten.
Wie groß soll das Aquarium sein?
Ein durchaus vernünftiger Richtwert besagt, man soll pro Diskus 50 Liter
Wasser rechnen. Das heißt ihr Becken sollte mindestens 350
Liter groß sein. Allerdings muß man sagen, daß selbst Becken unter 500
Liter auf Dauer zu klein sind. Bedenken Sie das der Diskus für aquaristische
Verhältnisse ein Großfisch ist und deshalb in kleineren Becken nicht
annähernd Artgerecht gehalten werden kann. Sollte Ihr Becken nicht diesen
Mindestanforderungen genügen, so würden wir Ihnen dringend raten auf Diskus
zu verzichten und kleineren Arten den Vorzug zu geben.
Soll man kleine Diskus kaufen?
Vorteil: geringe Anschaffungskosten
Nachteil: wesentlich empfindlicher gegenüber Krankheiten und
Pflegefehlern, das zu erwartende Aussehen ist nur grob abzuschätzen
Soll man größere Diskus kaufen?
Vorteil: sie sehen bereits wie das Tier aussieht und müssen es
nicht erraten wie er in z. B. einem Jahr sein wird. Für ein Schaubecken
sollten sie nur etwas größere Tiere erwerben, da es ihnen sonst nur schwer
möglich sein wird ausschließlich schöne Tiere zu besitzen. Der Pflegeaufwand
und der Futtereinsatz ist bei größeren Tieren etwas geringer.
Nachteil: höhere Anschaffungskosten
Wie oft soll man füttern?
Um gesunde und vitale Diskus zu besitzen ist eine häufige Fütterung
unerläßlich. Viele Krankheiten, insbesondere im Darmbereich entstehen unter
anderem aus zu großen Fütterungsintervallen und zu einseitiger Fütterung.
Bei jungen Fischen sollte man 5-10 mal, bei erwachsenen Tieren nicht unter 3
mal( besser öfters) pro Tag füttern.
Was soll man füttern?
Junge Fische: Artemianauplien, Cyclops, Bosmiden, Lobstereier,
Moina, feines Trockenfutter
Größere Fische: Rote - Schwarze - Weiße Mückenlarven, Artemia,
Daphnia, Muschelfleisch, Rinderherzmischungen, Mysis, Krill, Trockenfutter.
Die Tiere gewöhnen sich nur langsam an neues, für sie unbekanntes Futter.
Doch an alle obengenannten Futtersorten kann der Diskus gewöhnt werden. Es
liegt an ihnen die Fische zu erziehen und nicht umgekehrt. Verabreichen sie
noch unbekanntes Futter als Erstes am Tag, wenn die Diskus noch hungrig
sind.
Bei welcher Temperatur soll man Diskus halten?
Nicht unter 28 Grad C. Üblicherweise 29-30 Grad C. Maximal,
vorübergehend bis 34 Grad C, z.B. bei Temperaturbehandlung.
Welche Wasserwerte sind notwendig?
Ein heißes und vieldiskutiertes Thema. Wichtig ist die Unterscheidung
zwischen Haltung und Zucht.
Beispiel: Wir halten unsere Fische bei KH 6-8,GH 8-11, PH 7,5-7,8 -
auch Wildfänge, ohne jegliche Probleme. Zur Zucht verwenden wir
weiches, saures Wasser, ca. 3 Grad Härte und PH 5-6.Viel entscheidender sind
z. B. Inhaltstoffe wie Schwermetalle ( Blei, Kupfer), Insektizide, Pestizide
usw. Informationen darüber bekommen Sie von Ihrem örtlichen Wasserwerk, bei
Grundwasser von Ihrem Umweltamt und wenn Sie wissen aus welchem Material
Ihre Hauswasserleitung besteht.
Wie oft soll man Wasserwechseln?
Dafür gibt es naturgemäß keine Regel, da es selbstverständlich von Ihren
individuellen Verhältnissen abhängt, aber eine Möglichkeit einen Faktor
herauszufinden ist folgende. Kaufen sie sich einen Nitrattest, messen sie
ihr Aquariumwasser. Versuchen Sie nun diesen Werte nicht über 50 bis max.
100 mg steigen zu lassen. Übliche Intervalle und Wechselmengen schwanken bei
einem durchschnittlichen Diskusbecken zwischen 1 mal pro Woche 30 % bis zu 2
mal die Woche 60%. Unsere Aquarien verfügen über ein automatisches
Wasserwechselsystem mit dessen Hilfe täglich ca. 20% gewechselt wird.
Vernachlässigen Sie dieses Thema nicht! Die Frische und Hygiene ihres
Aquariumwassers ist ein wesentliche Aspekt für das Wohlbefinden und die
Gesundheit Ihrer Fische und unserer Erfahrung nach wesentlich wichtiger wie
z.B. ob die Diskus bei 2 oder 20 Grad Härte gehalten werden.
Soll man neu erworbene Fische oder Pflanzen in Quarantäne halten?
Mit der Quarantäne will man ein Einschleppen von all jenem verhindern,
das man nicht gekauft hat. :-)
Ein so heißes Thema, das man ein wenig ausführlicher behandeln muß, da
es viele Variable gibt.
Auch hier möchten wir Ihnen keine "Lehrmeinung" vorgeben sondern lediglich
Denkanstöße liefern, die es Ihnen erleichtern Möglichkeiten und Risken
abzuwägen um eine individuelle Entscheidung zu treffen.
Einrichtungsgegenstände: Alle Gegenstände ( Wurzeln etc.) die
unmittelbar aus fremden Aquarien kommen, sollten Sie nach Möglichkeit
und/oder:
1.Reinigen
2.Kochen
3.Ein paar Tage trocken lagern
4.Ein paar Tage naß lagern, z.B Wurzeln
Der Einsatz von speziellen Desinfektionsmitteln ist im durchschnittlichen
Fall nicht notwendig und ohne Vorkenntnisse möglicherweise kontraproduktiv.
Pflanzen: Die perfekte Quarantäne für Pflanzen ist ein Aquarium ohne
Fische, in dem sie mehr oder weniger lang gepflegt werden. Ein kleiner
Wasserbehälter mit entsprechendem Wasser und Temperatur tut es für ein bis
zwei Wochen auch. Sollten Sie ein Einschleppen von Schnecken verhindern
wollen, so ist der Zeitpunkt für den Einsatz von Antischneckenmitteln
während der Quarantäne perfekt.
Fische: Wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie neue Fische( und
nicht nur Diskus) in Quarantäne halten, d.h. beobachten. Wir sind
strikt gegen prophylaktische Behandlungen während der Quarantäne.
Selbstverständlich müssen Sie den Tieren auch in dieser Phase entsprechende
Lebensbedingungen schaffen ( Aqariumgröße, Filtertechnik,
Wasserqualität....). Bedenken Sie, daß die Tiere unter Streß stehen wenn sie
gefangen und umgesetzt werden und der Diskus relativ lange braucht um sich
einzugewöhnen, d. h. die Quarantänedauer ist ein Abwägen zwischen genügend
Beobachtungszeit und Vermeidung von zusätzlichem Streß. Als Richtwert kann
ein Zeitraum zwischen 2-8 Wochen angenommen werden. Beziehen Sie die
Herkunft der Tiere mit in Ihre Überlegungen ein, z.B. kommen die Tiere
frisch aus dem Fernen Osten oder haben Sie sie von einem guten Bekannten
gekauft, dessen Aquarien Sie kennen und wissen ob und welche Krankheiten er
in seinen Becken gehabt hat. In Zoofachgeschäften treffen laufen neue
Fischlieferungen ein und zwischen den einzelnen Aquarien wird keine strikte
Isolierung durchgeführt. Haben Sie schon einmal zugesehen wie in einem
Zoogeschäft die Fische gefüttert werden oder die Becken gereinigt werden?
Selbstverständlich kommen die Hände des Personals mit allen Becken in
Berührung und verteilen somit alle theoretisch vorkommenden Krankheiten auf
alle Becken. Bedenken sie dieses Argument wenn Ihnen Ihr Händler sagt, daß
er die Fische die sie möglicherweise kaufen wollen seit mehreren Wochen in
Quarantäne hält (!). Was er Ihnen nicht sagen wird ist, daß er in der
Zwischenzeit andere Fischlieferungen bekommen hat, mit denen die Fische aus
der Quarantäne durch die zuvor genannten Möglichkeiten in Kontakt gekommen
sind!
Behalten Sie die Quarantäne so lange bei, bis Sie einigermaßen sicher sind,
daß die neuen Fische gesund sind. Solange Sie das nicht sind sollten Sie die
Beobachtungsphase aufrecht erhalten und mit größter Vorsicht eine Infektion
der angestammten Tiere vermeiden.
Soll man Lebendfutter verwenden?
Jeder Fisch freut sich über Lebendfutter, worüber er sich nicht freut
ist, wenn er davon krank wird!
Lebendfutter aus der Zoohandlung ist eine tolle Möglichkeit um sich
Krankheiten und/oder Schnecken (für den der sie nicht haben will)
einzuschleppen. Sie kennen weder die Quelle, noch womit das Futter in
Berührung gekommen ist. Selbstverständlich muß es zu keiner Erkrankung
kommen, aber das Risiko ist nicht unbeträchtlich. Bei Tubifex jedoch sollten
sie das Risiko auf keinen Fall eingehen, denn Ihr Nährwert steht in keinem
Verhältnis zu den möglichen Problemen. Die sicherste Möglichkeit ist, wenn
Sie das Lebendfutter selbst züchten :-) oder aus einem fischfreien Gewässer
selbst fangen. Enchyträen, Artemia, Wasserflöhe, Schwarze Mückenlarven,
Bachflohkrebse, etc. bieten jede Menge Freizeitspaß und Potential für
Ehekrisen. Wenn Sie hier verständlicherweise Ihre Grenzen kennen gelernt
haben brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, denn Sie können Ihre Fische
auch ausschließlich mit Frost- und Trockenfutter hervorragend ernähren.
Nützen Sie das reichhaltige Angebot an Frostfutter und variieren Sie bei den
dargebotenen Sorten so viel wie möglich. Wenn Sie mindestens auf sieben
verschiedene Futtersorten kommen, die Sie regelmäßig (!) verfüttern, dann
haben Ihre Fische ein gutes zu Hause. Ein einziges infiziertes Lebendfutter
kann die Ursache für eine Menge Probleme sein, bedenken sie das bei Ihrem
nächsten Einkauf.
Kann man Diskus in Pflanzenbecken halten?
Selbstverständlich! Die Frage ist nur, ob extreme Pflanzenbecken
( Holländische oder Amano ) mit Großfischen wie es der Diskus nun einmal
ist, kombiniert werden sollen. Interessanterweise neigen besonders Anfänger
dazu, sich an derlei Projekten zu messen, wobei sie dadurch zu gerne
gesehenen Kunden in den div. Zoofachhandlungen werden, da Ihre
Investitionsbereitschaft umso mehr steigt, je unbefriedigender Ihre Versuche
verlaufen. Da es bekanntlich viele Wege zum Glück gibt und der Ruhm für
denjenigen sicherlich grenzenlos ist, der es zustande bringt eine Herde
Elefanten in einen perfekt gestyltem japanischem Ziergarten zu halten, wird
es diese Experimente immer wieder geben. Verwerflich ist jedoch die oft
beobachtete Tatsache, daß die Rahmenbedingungen zum Nachteil der Diskus
verändert werden um die Pflanzen zu schonen. Beispiel: die Temperatur wir
oft unter 28 Grad eingestellt oder die Diskus, insbesondere die jungen
Fische, werden nur sehr unzulänglich gefüttert um die Verschmutzung des
Aquariums gering zu halten.
Unser
Tipp: Vermeiden Sie Rasen- und Waldbildende Pflanzen (Cryptocoryne,
Vallisneria, Hygrophilia, Myriophyllum etc). und setzen Sie vermehrt auf
Solitärpflanzen ( Echinodorus, Aponogeton, Nymphaea, etc). Ein Hauptproblem
bei vielen Pflanzenbecken ist, daß sie sehr schlecht vom Mulm zu befreien
sind und deshalb sind sie, obwohl sie optisch sauber wirken, in einem sehr
unhygienischen Zustand. Ein weiteres Problem ist, daß die dargebotenen
Futtermenge oft von den Diskus nicht ereicht werden kann und anstatt für ihr
Wachstum und ihre Gesundheit zu sorgen nur das Aquariummilieu belastet.
Junge Diskus in einem Pflanzenbecken aufzuziehen ist fast unmöglich, wenn
man bedenkt, daß sie 5-10 Mal am Tag gefüttert werden müßten um optimal zu
wachsen. Dabei kann sich jeder leicht vorstellen in welchem Zustand das
Becken in kürzester Zeit wäre.
Fazit: Vermeiden Sie zu dicht bepflanzte Becken, setzen sie keinen zu jungen
Diskus in Ihr Becken ein, machen Sie keine Kompromisse zu ungunsten Ihrer
Diskus bezüglich Temperatur, Futtermenge und Wasserwechsel oder nicht
durchgeführter Krankheitsbehandlungen.
Vielleicht versuchen Sie es einmal mit zwei Aquarien; Eines optimiert für
Pflanzen und wenige kleine Fische, ein Anderes optimiert für Großfische.
Das Thema Licht!
Oft werden wir von unseren Kunden recht erstaunt gefragt, wie es möglich
ist, die Fische bis zu 10 mal pro Tag zu füttern wenn man berufstätig ist.
Die Lösung lautet: Zeitverschiebung! Bei unseren Aquarien schaltet sich das
Licht Wochentags um 15:30 Uhr ein und um 24 Uhr aus, bzw. am Wochenende um
12 Uhr ein und um 24 Uhr aus. Damit hat man genügend Zeit die Tiere zu
füttern und sie zu beobachten.
Und
nun viel Spaß
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